Leiberstung gehörte ehedem zur Markgrafschaft Baden und zum alten Amt Steinbach. Es lag also nicht mehr im Gebiete der Abtei Schwarzach, gehörte aber doch seit Jahrhunderten als Filiale zur Pfarrei Schwarzach. Die Abtei Schwarzach besaß auch im Leiberstunger Bann ein nicht unbedeutendes Lehensgut. 1469 übergibt der Abt von Schwarzach das Klostergut zu Leiberstung, bestehend aus 37 Mannsmatten und einem Viertel mehreren Meiern zu einem Erblehen. Jeder der letzteren hatte einen gewissen Zins zu entrichten, der in Naturalgaben und Geld oder in Geld allein bestand. Altem Herkommen gemäß hatte die Gemeinde Leiberstung auch das Recht, in dem dem Kloster Schwarzach gehörigen Abtsmuhrwald (dieser war eine Fortsetzung des Bannwaldes gegen Süden hin) mit dem Vieh und den Schweinen "einzufahren". Es gab aber wegen der Weideberechtigung und dergleichen oft Streitigkeiten zwischen der Gemeinde Leiberstung und der Abtei Schwarzach.

Nach der Säkularisation der Abtei Schwarzach im Jahre 1803 trafen die im Abtsmuhr seither weideberechtigten Gemeinden Leiberstung, Oberbruch und Künzhurst mit der badischen Domänenkammer ein Übereinkommen, wornach die betroffenen Gemeinden auf ihre diesbezüglichen Rechte verzichten. Dafür wurden sie aber mit Waldanteilen entschädigt. Die Gemeinde Leiberstung, die damals 55 Bürger zählte, erhielt 88 Morgen (Wolfshag, Greulimatt, Maienbosch). Damals (1804) besaß Leiberstung 112 Pferde, 187 Stück Rindvieh, 94 Schweine. Ferner trat die Herrschaft Baden an die Gemeinde Leiberstung die sogenannte Neumatte (20 Morgen) um den Kaufpreis von 1000 Gulden ab.

1817 verkaufte die Staatdomäne an die Gemeinde Leiberstung ferner einen Waldanteil von 16 Morgen um rund 1000 Gulden. Ein weiterer auf alter Weideberechtigung beruhender Allmendstreit zwischen den Gemeinden Leiberstung und Schiftung wurde durch schiedsrichterliche Entscheidung 1810 dahin beigelegt, daß Leiberstung der Gemeinde Schiftung einen Teil des sogenannten Weidrieds abtrat, letztere dagegen auf alle Weideberechtigung im Leiberstunger Gemeindewald verzichtete.

Das Dorf Leiberstung lag ursprünglich im Steinbacher Kirchspiel. Die Einwohner wurden jedoch von Schwarzach aus pastoriert, wohin sie zum Gottesdienst etwas näher hatten. Nachdem die frühere hölzerne Kapelle, die am Ende des Dorfes stand, im "Franzosenkriege" (1696 oder 1710?) mit einem Teil des Dorfes niedergebrannt war, errichtete die Gemeinde 1713 eine größere aus Stein erbaute, in der Mitte des Dorfes. Diese Kapelle wurde 1728 zu Ehren des hl. Abtes Wendelin eingeweiht. Ein Neubau des Kirchleins fand 1775 statt. 1884 wurde die Kirche erweitert. Seit 1862 ist zu Leiberstung regelmäßiger sonn- und feiertäglicher Gottesdienst. Die Schule wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet.

Das Wappen der Herren von Bach war ein gewundenes, gekerbtes Widderhorn (oder eine Narrenkappe?). Das war auch sicher ehemals das Dorfzeichen von Leiberstung. Aus Mißverständnis wurde später aus dem Widderhorn ein Halbmond, wie ein solcher jetzt im Gemeindesiegel zu sehen ist.