Quelle: "Heimatkunde für den Amtsbezirk Bühl" von E. Spitz Stadtschulrat a.D.  in B.-Baden,   herausgegeben im Jahre 1926

Leiberstung ist ein Dorf in der Rheinebene, in der Nähe des Sulzbachs, 130 m ü.d.M. gelegen und 8,7 km von der Amtsstadt entfernt. Es hat 466 Einwohner, davon 232 männlich, alle katholisch, und 85 bewohnte Gebäude mit 102 Haushaltungen. Gemarkungsgröße - 527 ha, davon 113 ha Ackerfeld, 255 ha Wiesen, 137 ha Wald, 10 ha Tabak.

Eisenbahnstation Schwarzach (4 km) und Steinbach (5 km). Posthilfstelle mit Telefon. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner ist Landwirtschaft -Korbflechterei-. Volksschule. Schul- und Rathaus erbaut 1829.

Leiberstung ist Filiale zu Schwarzach, mit eigener Kirche und eigenem Gottesdienst und Gottesacker. Die St. Wendelinskirche ist 24 m lang, ohne besonderen Stil.

Der Ort hieß 1320 Leiboltztung = Tung des Leibolt. Die Ortenamenendung "tung" (niederdeutsch dunk, donk) bedeutet eine flache Erhöhung, Sandbank in einem sumpfigen Gelände.

Das Dorf war ehemals ein ebersteinisch-badisches Lehen der Herren "von Bosenstein" und der Herren "von Bach". Letztere hatten ihre Tiefburg in Kappelwindeck. Bei dem Aussterben der Herren von Bach im Jahre 1538 fiel das Lehen wieder Baden anheim. Daß hier ehedem eine Tiefburg oder ein Wasserschloß stand, bezeugt der Gemarkungsname "Burgstaden" (im Gemeindewald), und nicht weit davon liegt die "Rittermatt". 1381 belehnen die Markgrafen Bernhard I. und Rudolf VII. von Baden den Ritter Claus von Bach mit dem halben Dorf Leiberstung, ferner den Albrecht von Bach mit 1/4 des Dorfes nebst Zwing und Bann.

1426 bewilligte Markgraf Bernhard I. von Baden dem Hans von Bosenstein, sein Lehen zu Leiberstung an Georg von Bach zu versetzen. 1444 besaßen die von Bach drei Viertel des Ortes, während ein Viertel in der Hand des Hanes von Bosenstein war.