Das Bildstöckle am Ortseingang von Leiberstung

Ein Zimmermann namens Johann Georg Ibach machte dereinst das Gelübde, daß er ein Bildstöckchen errichten wolle, wenn er in seinem Beruf glücklich sei. Man muß nämlich wissen, daß damals das Zimmermannshandwerk noch sehr gefahrvoll war. Er ließ es am Kirchweg von Leiberstung nach Schwarzach an der oberen Seite der Straße in dem nach dem Bildstöckchen benannten Wald errichten. Längere Zeit stand es dort bis zum Jahre 1775, wo in Leiberstung die noch heute stehende Kirche erbaut wurde. Vorher stand nämlich neben dem zweiten Haus am südlichen Ortseingang auf einer Erhöhung nur eine Holz-Kapelle. Diese wurde jetzt abgebrochen und an deren Stelle das Bildstöckchen versetzt. Später wurde ein in der Nähe stehender Nußbaum umgehauen und dieser schlug das Bildstöckchen zusammen. Es wurde wieder aufgebaut, so gut es ging, jedoch wurde es fast einen halben Meter kleiner. Ein Stein davon wurde nicht mehr verwendet, und der Eigentümer des Hauses benutzte ihn als Grundstein für einen Pfosten an seiner Obstpresse. Später kam die Obstpresse mit allen Steinen und Pfosten in ein anderes Haus, und dort steht der Stein noch heute als Stütze eines Pfostens an der Obstpresse.

Quelle: "Sinzheim – Heimat zwischen Schwarzwald, Rhein und Reben" von 1984 von Franz Zoller